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| Chronik
von Wolfsgraben |
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1533
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| Am 10. Juli 1533 scheint erstmals der Name Wolfsgraben urkundlich auf: In einem Kauf- und Tauschbrief übereignet Kaiser Ferdinand I. sein "Holz, so man nennt den Wolfsgraben", dem Konvent des Jungfrauenklosters Sankt Lorenz in Wien. | ||
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1662
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| In diesem Jahr scheint erstmals der Wurzenhof als "Wurzen" urkundlich auf. | ||
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1674
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| In diesem Jahr scheinen zwei weitere Ortsteile - "bei den drei Kohlstetten" und "Fellinggraben" urkundlich auf. | ||
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1678
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| In diesem Jahr wird "in der Langseithen" erstmals erwähnt. | ||
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1679
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| 1679 schließlich findet man erstmals die Bezeichnung "Plattenberg" und "am Roepesberg". | ||
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1683
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| Bei der zweiten Belagerung Wiens durch die Türken im Jahre 1683 scheinen die Streitscharen in Wolfsgraben großen Schaden angerichtet zu haben. Es wird von zahlreichen "Brandstätten" berichtet, wobei viele Bewohner Opfer des Krieges wurden. | ||
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1686
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| 1686 gibt es die erste Matrikeleintragung über Wolfsgraben. Hans Empacher, Sohn des Richters Simon und der Anna Empacher, heiratet damals Elisabeth Pillwax. | ||
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1775
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| Aus dem Jahre 1775 ist uns ein Bauplan zur Errichtung eines Schulhauses erhalten geblieben. | ||
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1788
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| In der "Josephinischen Fassion", die mit 24. Juni 1788 datiert ist, finden wir neben einer Steuerzusammenstellung über die "Hüttler" in Wolfsgraben auch eine umfassende Grenzbeschreibung. Wolfsgraben ist damals in folgende Rieden eingeteilt: Ortsplatz Wolfsgraben, Tabor, Hochbrücken, Köpferleuthen, Blaßlgraben, Fellinggraben, Wilde Laken, Hengst oder 3Buchen, Sandgruben, Dreybergen, Zwickelgraben, Weidengraben, Blattenberg, Kröpfel-Eichen, Spitzwald, Waxegg, Rapersberg, Ruhland, Taxschleif, Glaßgraben, Kaiserzipf, Weidlinger Gemein Wald, Eibengraben, Laabersteig, Wurzen und Sädeln; das sind 26 Rieden. | ||
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1790
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| Die Schulchronik setzt die Errichtung des Schulhauses in das Jahr 1790. Auf Grund des Bauplanes scheint aber eher eine Errichtung um das Jahr 1776 durch das damalige k.k. Waldamt wahrscheinlicher. | ||
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1809
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| Franzosenkriege, Übernachtung Napoleons in Purkersdorf. Einer Erzählung nach sollen drei Franzosen zum Wurzenhof gekommen sein. Zwei sollen von den versteckten Bauern niedergemacht worden sein, einer konnte fliehen. Tags darauf sollen viele berittene Franzosen von Purkersdorf nach Wolfsgraben gekommen sein und hier entsetzlich gewütet haben. Einen Bewohner sollen sie gefangen und in ein brennendes Haus geworfen haben. | ||
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1819 |
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| Mit 30. August 1819 datiert ist der Franzisceische Kataster, der uns einen guten Einblick in die Berufe der Bewohner gewährt. Der Gemeinde Wolfsgraben ist damals noch die "Enclave Hochrotherd" angegliedert. Vorwiegend sind es Viertel-, Halb- und Ganz-Hüttler sowie Holzhauer, die in Wolfsgraben angesiedelt sind. Einige Häusler, ein Schuster, ein Schuhmacher, zwei Wirte und ein Zimmermann zählen zu den weiteren Hausbesitzern. Bei dem Verzeichnis der Grundstückseigentümer scheinen aber auch Bauern auf. Auch ein Schulhaus, das die Herrschaften unterhielten, ist angeführt. | ||
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1830 |
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| Aus 1830 ist uns eine Perspektivkarte von Schweighart von Sickingen erhalten, die recht anschaulich die Lage und das Aussehen der Häuser zeigt. | ||
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1850 |
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| Nach den Schullehrern Hollrieder, Perl und Purkholzer, für die es keine Datierungen gibt, scheint um 1850 Alois Baumgartner als Lehrer in Wolfsgraben auf. Wo heute das Feuerwehrhaus und der Kindergarten stehen, war der Deputatgrund der Lehrer in Wolfsgraben. | ||
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1865 |
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| Aus diesem Jahr stammt der erste
Niederösterreichische Amtskalender, der über Wolfsgraben folgendes
berichtet: "Wolfsgraben mit den Katastralgemeinden Hochrotherd und Wolfsgraben. Die Ortsgemeinde gehört zur Pfarre Breitenfurth rücksichtlich der Katastralgemeinde Hochrotherd, und theils zur Pfarre Breitenfurt theils zur Pfarre Laab rücksichtlich der Katastralgemeinde Wolfsgraben. Bürgermeister: Andreas Kühnel, Wirtschaftsbesitzer. 1. Gemeinderath: Johann Rappelsberger, dto 2. Gemeinderath: Sebastian Seefelder, dto. Der Gemeinde-Ausschuss besteht aus einem im Sinne des § 17 der G.O. zum Eintritte in denselben ohne Wahl Berechtigten und aus 9 gewählten Mitgliedern, u.z. 3 aus dem 1., 3 aus dem 2., und 3 aus dem 3. Wahlkörper." Der ohne Wahl Berechtigte wurde vom k.k. Forstärar für den Gemeindeausschuss gestellt. |
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1868 |
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| Weiterhin ist Andreas Kühnel Bürgermeister; als 1. Gemeinderat scheint nun der Wirtschaftsbesitzer Josef Mitterstöger, als 2. Gemeinderat der Krämer Johann Rappelsberger auf. Filialschullehrer ist Carl Friewald. | ||
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1869 |
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| Wolfsgraben hat 3.665 Joch Fläche
und weist 688 Einwohner auf. Neben der Pfarre Breitenfurt und der Pfarre
Laab ist nun auch ein Teil der Katastralgemeinde Wolfsgraben der Pfarre
Pressbaum zugeordnet. Mit Landtagsbeschluss vom 26. Oktober 1869 wird die Straße in Ordnung Roter Stadl - Laab - Wolfsgraben - Tullnerbach zur Bezirksstraße erklärt. |
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1870
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| Die Volkszählung weist für Wolfsgraben 677 Einwohner in 113 Häusern aus. | ||
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1871
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| Als Postbezirk für Wolfsgraben
wird Breitenfurt erwähnt. Der Gemeinderat ist erweitert worden und
weist nun als 2. Gemeinderat den Wirtschaftsbesitzer Michael Pellmann und
als 3. Gemeinderat den Wirtschaftsbesitzer Georg Rieger auf. Bgm. Kühnel
und 1.GR Mitterstöger blieben auf ihren Posten. Der Gemeindeausschuss besteht jetzt aus einem zum Eintritt in denselben ohne Wahl Berechtigten (k.k. Forstärar) und aus 12 gewählten Mitgliedern. |
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1873
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| Bei den Gemeinderatswahlen tritt Bgm Andreas Kühnel zurück, neuer Gemeindevorstand wird der Gastwirt Josef Mitterstöger. Als Gemeinderäte scheinen Josef Schöny, Michael Aschauer und Michael Pellmann auf. | ||
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1877 |
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| Mit Landtagsbeschluss vom 20. April 1877 wird die Straße 220 Kalksburg - Breitenfurt - Wolfsgraben zur Bezirksstraße erklärt. | ||
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1880
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| Durch einen starken Wolkenbruch
am 13. August 1880 kam es zu einer großen Überschwemmung, wobei
das Schulhaus 35 cm unter Wasser gesetzt wurde. Die Volkszählung des Jahres 1880 ergab in Wolfsgraben 342 Einwohner in 57 Häusern, in der Langseithen 80 Einwohner in 16 Häusern und in Kleinhöniggraben 36 Einwohner in 6 Häusern. Insgesamt gab es in der Katastralgemeinde Wolfsgraben daher 458 Einwohner in 79 Häusern. Zusammen mit Hochrotherd weist Wolfsgraben 743 Einwohner in 129 Häusern auf. |
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1881 |
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| Am 1. Jänner 1881 wurde die Katastralgemeinde Hochrotherd über ihr eigenes Ersuchen von der Ortsgemeinde Wolfsgraben ausgeschieden und der Ortsgemeinde Breitenfurt zugewiesen. | ||
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1882 |
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| In diesem Jahr ging die Schule in den Besitz der Gemeinde über. | ||
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1883
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| 1883 wurde der Bauplan für einen neuen Schulbau genehmigt. Der Unterricht wurde unterdessen im Hause Nr. 35 (P.Effenbergerstraße 13) vorgenommen. Nach dreimonatiger Bauzeit fand am 16. September 1883 die feierliche Wiedereröffnung statt. Im gleichen Jahr wurde der Bau der Bezirksstraße durch Wolfsgraben vorgenommen; als Bauunternehmer scheint die Firma Burghart-Masur aus Pressbaum auf. Die Beitragsleistung der Gemeinde belief sich auf 6.533 Gulden. | ||
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1890
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| Die Volkszählung von 1890
weist für Wolfsgraben 478 Einwohner in 82 Häusern auf. Am 1. Jänner 1890 wird Wolfsgraben der Bezirkshauptmannschaft Hietzing überantwortet (bisher politischer Bezirk Sechshaus). Im gleichen Jahr wird die Schülerbibliothek gegründet. |
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1891
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| 1891 scheint als zuständiges Postamt Tullnerbach auf. Im Sommer halten Sommerparteien (zum Teil Mitglieder der k.k. Hofoper, die hier ihren Urlaub verbrachten) ein Konzert zugunsten armer Schulkinder in Wolfsgraben ab, das 33 Gulden Reingewinn erbringt. Auch in den folgenden Jahren wurden solche Konzerte abgehalten. | ||
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1892
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| Bürgermeister ist weiterhin der Gastwirt und Wirtschaftsbesitzer Josef Mitterstöger. 1. Gemeinderat ist der Wirtschaftsbesitzer Georg Lechner, 2. Gemeinderat der Wirtschaftsbesitzer Michael Pellmann und 3. Gemeinderat der Wirtschaftsbesitzer Franz Schlamp. | ||
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1894
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| Am 16. August 1894 fand die Gemeindeausschusswahl statt, wobei erstmals alle 9 Mitglieder (die Zahl wurde wieder reduziert) bekannt sind: Gastwirt und Wirtschaftsbesitzer Josef Mitterstöger, die Wirtschaftsbesitzer Ferdinand Kummersberger, Georg Lechner, Franz Schlamp, Michael Pellmann, Anton Edlinger, der Schneidermeister Thomas Vogel, der Schuhmacher Anton Sternkopf und der Schulleiter Hermann Gabriel. Der Vertreter der Virilstimmen des k.k. Forstärars war der k.k. Forstmeister Heinrich Melzer in Prebrunn. Die Gemeindevorstandswahl ergab folgende Funktionen: Bürgermeister: Josef Mitterstöger; 1. Gemeinderat: Georg Lechner; 2. Gemeinderat: Michael Pellmann; 3. Gemeinderat: Franz Schlamp. | ||
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1896
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| Die bisher einklassige Volksschule wurde auf zwei Schulklassen erweitert. Dem Oberlehrer Hermann Gabriel wurde der Unterlehrer Alois Meller provisorisch zugewiesen. | ||
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1897
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| 1897 wurde das Schulhaus durch Aufstockung erweitert. Im gleichen Jahr wurde der forstärarische Verbindungsweg Wolfsgraben - Brentenmais zur Bezirksstraße erklärt und die Bezirksstraßenabteilung Purkersdorf aufgefordert, Projekt und Kostenvoranschlag für einen Straßenausbau auszuarbeiten. | ||
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1898
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| Am 28. Dezember 1898 wurde die Grundsteinlegung zu einem Kapellenbau anlässlich des 25jährigen Bürgermeisterjubiläums von Josef Mitterstöger vorgenommen. Herr Mitterstöger stellte den Baugrund zur Verfügung, doch reichten Steine und Sand nur für ein Fundament und Mauerwerk bis zu einem Meter Höhe über den Erdboden. Herr Mitterstöger erhielt aus Anlass des Jubiläums vom Kaiser das silberne Verdienstkreuz mit der Krone und wurde von der Gemeinde zum Ehrenbürger ernannt. | ||
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1899
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| Für Klein-Höniggraben,
Dreikohlstetten und Fellinggraben ist nun die Pfarre Pressbaum zuständig.
Am 1. November 1899 stirbt Bürgermeister Josef Mitterstöger. Zum neuen Bürgermeister wird am 16. Dezember 1899 Georg Lechner gewählt. 1899 wird bereits das erste Postamt in Wolfsgraben errichtet ( im Haus Hauptstraße 19). |
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1900
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| Am 21. August 1900 wird Anton
Edlinger zum neuen Bürgermeister gewählt. Die Volkszählung desselben Jahres ergibt für Wolfsgraben 554 Einwohner in 87 Häusern. |
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1901
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| 1901 plante man, eine Straße von Weidlingau über die Baunzen nach Wolfsgraben zu errichten, doch infolge der Geldknappheit kam es nicht zur Ausführung dieses Vorhabens. | ||
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1903
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| 1903 setzten sich Wiener und Wolfsgrabner Bürger für die Gründung eines Kirchenbauvereines ein. 1. Präsident wurde der Wiener Textilfabrikant August Polivka, der hier vorerst als "Sommerfrischler" den Lichthof am Tabor bewohnte (heute: P.Effenbergerstr. Nr. 13). | ||
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1905
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| Am 4. März 1905 starb Bgm. Edlinger; die notwendige Neuwahl ergab den Wirtschaftsbesitzer Franz Schöndorfer als neuen Ortsvorsteher. Im gleichen Jahr verstarb der Oberlehrer Gabriel. | ||
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1906
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| Im Herbst 1906 wurde die Freiwillige
Feuerwehr Wolfsgraben gegründet. Erster Kommandant war Josef Ecker.
1906 wurde der Kapellenbau wieder aufgenommen. Bis September war der Rohbau
fertig, doch dann waren die Mittel erschöpft. Die Vorschläge der
Bevölkerung zur Verwendung dieses Baues waren u.a. als Spritzenhalle
für die Feuerwehr oder als Heumagazin! Am 16. August 1906 wurde der Gemeindeausschuss neu gewählt; die 12 Gemeinde-Beiräte und 6 Ersatzmänner waren: Franz Mitterstöger, Ludwig Kastner, Leopold Mitterstöger, Leopold Eichinger, Georg Embacher, Franz Schöndorfer, Ferdinand Kümmersberger, Ferdinand Weber, Karl Brand, Georg Embacher, Michael Pellmann und Johann Schöndorfer; Ersatz: Franz Schlamp, Ignaz Embacher, Franz Lechner, Johann Geiger, Karl Fischer und Johann Aschauer. Die Gemeindevorstandswahl am 10. Oktober 1906 ergab Franz Schöndorfer als Bürgermeister und Leopold Mitterstöger, Georg Embacher und Ferdinand Weber als Gemeinderäte. |
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1907
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| Auf Grund der Vorsprachen vom
Kirchenbauvereins-Präsidenten August Polivka beim Pater General Schwarz
der Kalasantiner in Wien XV waren diese bereit, den angefangenen Kirchenbau
zu übernehmen und zu vollenden, wobei als Bedingung auch der Bau eines
kleinen Klosters und eines Studentensaales gestellt wurde. Wolfsgraben sollte
eine Erholungsstätte für Religiöse werden. Einziger Gegner
dieses Planes war der Leiter des Forstärars in Pressbaum, Forstrat
Fünkh, der in der Gemeindevertretung die Virilstimmen des Forstärars
inne hatte und der dagegen intrigierte. Es kam aber im Winter 1906/07 zur Einigung, sodass im Frühjahr 1907 der Bau der Kirche fortgesetzt und der Bau des Klosters begonnen wurde. Am 24. Oktober 1907 konnte die Kirche feierlich durch Weihbischof Dr. Gottfried Marschall in Anwesenheit von Pater General A. M. Schwarz eingeweiht werden. Aus dem Jahr 1907 stammt auch jener - sicher übersteigerte Bericht - der die Eigenheit von Wolfsgraben schildern soll: "So herrschte hier eine geradezu erschreckende Trunksucht bei der Männerwelt, die selbst die schulentlassene Jugend schon ergriffen hat. Die Folge derselben traten dann auch besonders von Samstag Abend bis Montag Früh zutage. Volltrunkene in jedem Gasthaus, und wenn der Morgen kam, auf der Wiese und im Straßengraben." Vom 22. Juli 1907 bis 12. Oktober 1907 wurde durch die Firma Pröll-Bohdal die Straße Wolfsgraben - Brentenmais gebaut. |
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1908
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| 1908 wurde das ab 1898 gebaute Gebäude im heutigen Gemeindegarten der FF Wolfsgraben zur Verfügung gestellt. | ||
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1909
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| 1909 wird Bgm. Franz Schöndorfer als Besitzer des päpstlichen Ehrenkreuzes ausgewiesen. | ||
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1910
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| Die Bevölkerungsstatistik
aus 1910 zeigt folgende Verhältnisse: In der Rotte Klein-Höniggraben
wohnten 22 Einwohner in 5 Häusern, die Langseiten (Rotte Langseiten,
Einzelhof Plattenberg, Rotte Roppersberg, Einzelhof Wurzenhof) wies 88 Einwohner
in 17 Häusern auf, und Wolfsgraben (Einzelhof Dreikohlstätten,
Einzelhof Fellinggraben und Dorf Wolfsgraben) hatte 440 Einwohner in 76
Häusern. Insgesamt wohnten daher 550 Einwohner in 98 Häusern. Unter den Bewohnern gab es 549 Katholiken und einen Protestanten; auf Nationalitäten aufgeteilt werden 532 Deutsche und 1 Tscheche erwähnt. 1910 heißt es, dass auch etliche Landwirte Bienenzucht und Obstbau betreiben, wobei sich letzteres hauptsächlich auf die Gewinnung von Mostobst beschränkt. Gleichzeitig wird betont, dass nennenswerte Einnahmen durch die Vermietung einzelner Wohnräume an Sommergäste erzielt werden. In den letzten Jahren stieg ihre Anzahl sehr stark. Viel dazu beigetragen hat sicher der Poststellwagen, der in den Sommermonaten zweimal täglich, in den Wintermonaten einmal täglich, nach Tullnerbach und Laab verkehrte. 1908 - 1910 erfolgte der Bau der zweiten Hochquellenwasserleitung, die auch durch Wolfsgraben führt. |
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1912
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| Gründung einer Musikkapelle durch den Kalasantinerbruder Ferdinand. | ||
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1915
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| Mit Statthalterei-Kundmachung vom 6. Juni 1913 scheint Wolfsgraben im Amtskalender von 1915 unter den "Europäischen Bade- und Kurorten (Kur-, Musik- und Verschönerungstaxen in NÖ)" auf. Die Saison dauert vom 1. Mai bis 20. September, war bis 1917 befristet und verpflichtete Sommergäste, welche sich in Wolfsgraben während der Sommersaison über 5 Tage ununterbrochen aufhalten und ihren bleibenden Wohnsitz hier nicht haben, die Verschönerungstaxe zu bezahlen. Die Verschönerungstaxe ist von Haus- und Villenbesitzern im Taxbereich, welche ihren ordentlichen Wohnsitz daselbst nicht haben, nicht zu entrichten. Die Verschönerungstaxe beträgt für jede Familie sowie für jede alleinstehende Person pro Person 2 Kronen. Als zur Familie gehörig sind auch die gesamte Dienerschaft einschließlich der im gemeinsamen Haushalte lebenden Hofmeister, Hauslehrer, Gouvernanten etc. zu betrachten. | ||
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1917
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| Von 1916 bis 1917 waren Soldaten im Kloster einquartiert. | ||
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1918
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| Die Wahl im Februar ergab 124
Stimmen für die Bauernbündler, 17 Christlichsoziale, 24 Deutschnationale,
78 Sozialdemokraten und 6 Bürgerliche Demokraten. Bürgermeister wurde der Maurer und Zimmermeister Josef Schredl, als Gemeideräte scheinen der Gastwirt Leopold Mitterstöger, der Wirtschaftsbesitzer Georg Embacher und der Bäckermeister Franz Lechner auf. |
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1919
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| Am 22. Mai 1919 (nach anderen Quellen am 13. Juli) gab es neuerlich Gemeinderatswahlen. Diesmal kandidierten zwei Sammelparteien: die Vereinigte Wirtschaftspartei der Bauernbündler, Christlichsozialen und Deutschnationalen sowie die Christliche Volkspartei, welche auch die Sozialdemokraten in sich aufnahm. Jede Partei ging mit 6 Mitgliedern aus der Wahl hervor. Neuer Bürgermeister wurde der Wirt Leopold Mitterstöger aus der Christlichen Volkspartei. Ferdinand Hackhofer wurde Vizebürgermeister, Josef Schredl und Josef Hutterer geschäftsführende Gemeinderäte (beide von der Vereinigten Wirtschaftspartei). | ||
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1920
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| In diesem Jahr scheint ein Gendarmerieposten
Wolfsgraben auf; interimistischer Kommandant ist der Patrouillenleiter Josef
Waiz, dem 2 Gendarmen zur Seite stehen. Die Volkszählung am 31. Jänner 1920 ergibt 283 Männer und 274 Frauen. 1920 sollen im Hause des Bahnwächters Zeller (P. Effenbergerstraße Nr. 17) im April spukhafte Erscheinungen wahrgenommen worden sein. Gelehrte und Professoren aus Wien wurden umsonst bemüht; es kam zu Massenbesuchen. In den Tagesblättern hieß der Bau nur mehr "Spukhäuschen". Am 17. Oktober 1920 sollen mindestens 500 Personen gekommen sein! Mit 3. November 1920 soll dann dieser Spuk aufgehört haben. |
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1921
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| 1921 wurde die Musikkapelle
in Feuerwehrmusik umbenannt; Kapellmeister war Josef Machacek. Im gleichen
Jahr fand auch die erste von der Feuerwehr veranstaltete Sonnwendfeier statt.
Noch einmal wird uns in diesem Jahr von einem Gendarmerieposten in Wolfsgraben berichtet: Postenkommandant ist der Revierinspektor Georg Stark, dem 1 Rayonsinspektor und 2 Gendarmen zur Seite stehen. Der Posten Wolfsgraben scheint nur zwei bis drei Jahre bestanden zu haben. |
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1922
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| Am 28. Juni 1922 wurde in Wolfsgraben das erste Kriegerdenkmal im Wienerwald errichtet. | ||
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1923
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| In den Ferien 1923 wurde das Ortsnetz für die elektrische Beleuchtung durch die "Wienerwald-Elektrizitäts-Aktiengesellschaft" (Wiwag) hergestellt. | ||
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1924
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| Am 1. Februar 1924 brannte zum
ersten Mal in Wolfsgraben elektrisches Licht. Der Strom wurde vom Elektrizitätswerk
in Pressbaum geliefert. Bei der Gemeinderatswahl am 11. September kandidierten die Christlichsoziale und Großdeutsche Wahlgemeinschaft, die 189 Stimmen errangen und die Sozialdemokraten, die 107 Stimmen für sich verbuchen konnten. Bürgermeister wurde abermals Leopold Mitterstöger, Vizebürgermeister Josef Hutterer, geschäftsführende Gemeinderäte Josef Schredl und Ferdinand Cerny. |
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1925
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| Am 13. Juli 1925 wurde in Gegenwart
von Wolfsgrabner "Nobilitäten" das Kino im ehemaligen Studentensaal
des Klosters eröffnet. Im gleichen Jahr gab es 620 Einwohner, die in 101 Häusern untergebracht waren. |
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1929
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| Die Gemeinderatswahlen am 10.
November 1929 ergaben 165 Stimmen für die Christliche Wahlgemeinschaft
und 125 Stimmen für die Sozialdemokratische Partei. Bürgermeister
wird Oberförster Ernst Dohr, Vizebürgermeister der Zimmermmeister
Franz Vogl. Als Postbereich für Roppersberg wird Laab im Wald, für Klein-Höniggraben, Dreikohlstätten und Fellinggraben Pressbaum ausgewiesen. |
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1931
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| 1931 wurde ein neues Feuerwehrhaus
gebaut, das am 6. September gesegnet wurde. Das alte Requisitenhaus bei der Schule wurde zur Waschküche für den Schulleiter umgewandelt. Im gleichen Jahr wurde die offizielle Gründung der Kaltwasser-Heilstätte Wolfsgraben durch August Polivka, der bis 1922 Präsident des Kirchenbauvereines war, vorgenommen. |
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1932
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| Einweihung der neuen Schutzhütte
am Roppersberg durch Probstpfarrer Wildenauer; die Hütte gehörte
"dem Wallberger". In diese Zeit fiel auch der Umbau des Stummfilmkinos zum Tonkino. |
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1933
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| 1933 wurde der Friedhof angelegt. Als erster wurde hier Franz Lechner begraben. | ||
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1935
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| Seit 1. Jänner 1935 ist Wolfsgraben eine Pfarre. | ||
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1936
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| Im April 1936 erfolgte die Asphaltierung der Straße durch Wolfsgraben. Die Finanzierung erfolgte großteils durch das Land Niederösterreich. | ||
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1942
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| 1942 gehörte Wolfsgraben dem Kreis St. Pölten an und hatte eine Ortsgruppe Wolfsgraben der NSDAP. Ernannter Bürgermeister war Rudolf Ubell, Bürgermeister-Stellvertreter August Siegl. 577 Einwohner wohnten in 162 Häusern. | ||
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1944
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| Im Frühjahr 1944 wurden von einer Abteilung der Fliegerabwehrkompanie auf dem Taborer Berg Scheinwerfer und Horchgeräte aufgestellt. Sie wurden dann durch das Militär eingegraben und getarnt. Beim Transformator wurden Baracken für ungarische Juden errichtet. Im Winter wurden sogar Soldaten im Schulhaus untergebracht. | ||
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1945
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| Zu Ostern wurde noch an Panzersperren
gebaut; in der Nacht vom 2. auf den 3. April sprengten dann die Deutschen
die Flakstellen auf dem Tabor. In den Tagen darauf kamen die Russen nach
Wolfsgraben, die hier arg wüteten: kein Eigentum, keine Frau war vor
Übergriffen sicher. Erst Ende Mai haben die Russen Wolfsgraben verlassen.
Als neuer Bürgermeister nach Kriegsende scheint Georg Lechner auf. |
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1946
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| Am 14. Februar 1946 starb August
Polivka. Pfarrer Effenberger schrieb in seinem Tagebuch: "Seine Wasserkur
hat viele Kranke nach Wolfsgraben gezogen. Burgschauspieler, Arbeiter, Klosterfrauen,
Geistliche, Gräfin Christalnigg waren gerne da. Steuerexekutionen,
Verkennung und Missgunst machten 'Papa' Polivka schwer zu schaffen. Ärzte
haben ihm aussichtslos erscheinende Fälle gesandt." Mit dem Tod Polivkas wurde das Schicksal der Heilstätte besiegelt. Sein Erbe wurde unter seinen Kindern aufgeteilt. Keines hatte das Interesse und die Fähigkeit, diesen Betrieb, der zeitweise bis zu 12 Zimmer für Patienten aufwies und als Pensionsbetrieb neben der Kur aufgezogen war, weiterzuführen. Am 18.Februar fuhr wieder der erste Autobus nach Wolfsgraben. |
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1947
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| Am 31. Juli 1947 wurde der Bäckermeister
Franz Lechner als Bürgermeister in der Bezirkshauptmannschaft St. Pölten
vereidigt. Vizebürgermeister war Josef Jilek. Im Juli war eine derartige Trockenheit, dass sogar der Wolfsgrabenbach ausgetrocknet war. |
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1948
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| In diesem Jahr hat sich die Feuerwehr neu konstituiert; Hauptmann war Franz Weihsmann. | ||
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1950
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| Wiedergründung der Feuerwehrmusik
unter Kapellmeister Franz Lechner. 569 Einwohner wohnten in 151 Häusern. |
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1952
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| Erster Faschingsumzug der Freiwilligen Feuerwehr. Der Reinerlös diente dem Aufbau der Feuerwehrmusik. | ||
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1953
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| Beim 2. Faschingsumzug der Feuerwehr
waren bereits über 2.000 Fremde als Zuschauer zu verzeichnen! Am 7. November 1953 ertönte zum ersten Mal die Sirene am Spritzenhaus der Feuerwehr. Bisher gab es immer nur regelloses Kirchturmglockengeläute bei Feuer. |
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1955
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| Umschaltung des Telefonnetzes; es konnte jetzt direkt ohne Zwischenruf gewählt werden. Nach Wien musste man die Ziffer 8 vorwählen. | ||
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1956
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| 1956 hatte Wolfsgraben bereits
207 Häuser! Am 1. Januar 1956 wurde Wolfsgraben dem neu geschaffenen Bezirk Wien-Umgebung angegliedert. |
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1959
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| Aus dem Sommer 1959 finden wir einen Bericht, der stolz verkündete, dass es in Wolfsgraben bereits 10 Traktoren, 5 Lastkraftwagen und 12 Personenkraftwagen gab. Zahlreiche Motorräder und Mopeds kamen noch dazu. | ||
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1960
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| Die Gemeinderatswahlen im April
1960 ergaben für die ÖVP 9 und für die SPÖ 6 Mandate.
Bürgermeister blieb weiterhin Franz Lechner. Seit 1960 wurde an der Autobahn gebaut. |
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1961
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| Vor Weihnachten 1961 erhielt Wolfsgraben eine neue Straßenbeleuchtung. | ||
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1963
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| Im Winter 1963 wurde die Autobahnbrücke über den Wolfsgraben fertig; Kostenpunkt 40 Millionen Schilling! Jugoslawen und Türken waren bei diesem Bau beschäftigt. Im Heimbautal gegenüber der Elmerhütte wurde für sie ein Lager errichtet. | ||
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1966
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| Im Dezember 1966 wurde die Autobahn mit dem Teilstück Pressbaum - Auhof fertiggestellt und dem Verkehr übergeben. | ||
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1968
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| Regulierung des Wolfsgrabenbaches
oberhalb der Brücke und Verlegung des Bachbettes. 1968 wies Wolfsgraben 531 Einwohner in 289 Häusern auf. |
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1970
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| Bei den Gemeinderatswahlen am
5. April 1970 ging die ÖVP mit 292 Stimmen als Sieger hervor; die SPÖ
errang 184 Stimmen. Dipl.-Ing. Erich Hechl wurde zum Bürgermeister
gewählt. Im gleichen Jahr bestand der Plan, die Gemeinden Pressbaum, Tullnerbach und Wolfsgraben zusammenzulegen, doch Interventionen von Tullnerbach und Wolfsgraben verhinderten diesen Plan. |
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1972
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| Stilllegung der Volksschule und Einschulung der Kinder nach Pressbaum. | ||
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1975
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| Am 3. März 1975 wurde Pater
Imre Dittrich Pfarrverweser von Wolfsgraben. 635 Bewohner lebten in 420 Häusern. |
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1978
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| In diesem Jahr wurde die Ortswasserleitung vollendet. | ||
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1981
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| In 562 Häusern wohnten 805 Einwohner. Bürgermeister war weiterhin Prof. Dipl.-Ing. Erich Hechl. | ||
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1983
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| Große Feier der ersten urkundlichen Erwähnung des Namens Wolfsgraben vor 450 Jahren vom 5. bis 7. August. | ||